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Umfassende Funktionsdiagnostik: klinisch, manuell, instrumentell und bildgebend

Kongress-Typ: 
Vorkongress
Datum: 
19.04.2012
Uhrzeit: 
9.00 – 17.00 Uhr
Referenten: 
PD Dr. M. Oliver Ahlers
Inhalt: 

Das Ziel des ganztätigen Seminars ist die Schilderung eines praxiserprobten und praxistauglichen Konzeptes für die Diagnostik und Therapie cranio-mandibulärer Dysfunktionen (CMD).

Grundlage des Seminars ist eine kurze Schilderung der Entstehung cranio-mandibulärer Dysfunktionen sowie chronischer und übertragener Schmerzen („referred pain“) als Grundlage der Untersuchung und ihre Auswertung.

In der Folge wird als praktikables Screeningverfahren zur Identifikation von Warnsignalen für latente und manifeste Funktionsstörungen der vom Referenten mit entwickelte und wissenschaftlich abgesicherte „CMD-Kurzbefund“ vorgestellt, seine Umsetzung erläutert und in Videofilmen demonstriert.

Für die Klinische Funktionsanalyse wird ein hocheffizientes, von der DGFDT mit einem Tagungsbestpreis ausgezeichnetes Untersuchungs- und Dokumentationssystem vorgestellt, und zwar in der herkömmlichen Fassung als Formblatt sowie auch als Softwareversion CMDfact. Als Einführung in den praktischen Kursteil werden die einzelnen Anamnesen und Befunde zunächst Schritt für Schritt erklärt bzw. in kurzen Videos vorgeführt. Im Anschluss erfolgt die Auswertung nach einem ebenfalls preisgekrönten „Konzept der therapiespezifischen Diagnostik“.

Für die manuelle Strukturanalyse wird in der Folge ein aktualisiertes Konzept vorgestellt. Dieses grenzt die manuelle Strukturanalyse GOZ-konform eindeutig gegenüber der klinischen Funktionsanalyse ab und ermöglicht zugleich die Erfassung und Auswertung übertragener Schmerzen.

Verschiedene instrumentengestützte Untersuchungsverfahren ermöglichen zudem die Simulation und Auswertung der Okklusion im Artikulator (Okklusionsanalyse) sowie die Analyse der Kondylenposition (Kondylenpositionsanalyse). Erst diese Messungen ermöglichen in Verbindung mit einem Kontrollsockel die reproduzierbare Vermessung verschiedener Kondylenpositionen – und damit den quantitativen Vergleich verschiedener Zentrikregistrate sowie mit der Kieferposition bei habitueller Okklusion.

Als Verfahren der bildgebenden Diagnostik kommt bei Bedarf das MRT hinzu. Dabei ermöglicht die Kombination pseudodynamischer und statischer Sequenzen eine validere Bewertung der Kondylus- und Diskusposition. Die Darstellung verschiedener Kieferpositionen mittels spezieller Bissübertragungsschablonen rundet das diagnostische vorgehen ab.

Zur Therapie cranio-mandibulärer Dysfunktionen nach aktuellem Stand der Wissenschaft stehen heute eine Vielzahl von Behandlungsalternativen bereit, darunter Aufbissbehelfe ohne adjustierte Okklusion, zahlreiche Okklusionsschienen unterschiedlicher Indikation und Gestaltung und deren Anpassung an den Behandlungsverlauf. Hinzu kommen verschiedene u.a. Verfahren der physikalischen Therapie sowie der Physiotherapie, die zudem mit der zahnärztlichen Funktionstherapie gezielt koordiniert werden können – und sollten!